Der Führungswechsel gehört zum Soldatenleben

Abschreiten der Formation: Oberst Axel Grunewald (links im Bild) und der bisherige Stützpunkt-Leiter Oberstleutnant Christian Schoebel nehmen die Weilheim-Schongauer Landrätin Andrea Jochner-Weiß in die Mitte. Foto: wk


„Dass diesmal so viele von Ihnen zum Teil lange Reisen nach Oberbayern nicht gescheut haben, betrachte ich auch als Geste der Wertschätzung gegenüber dem Ausbildungsstützpunkt“, sagte Christian Schoebel bei seiner Begrüßung, letztmals in seiner Funktion als Leiter des Stützpunktes.

Oberst Axel Grunewald, stellvertretender Kommandeur des Ausbildungszentrums Infanterie in Hammelburg und direkter Vorgesetzter von Schoebel, machte in seiner Rede deutlich, dass ein Führungswechsel im soldatischen Bereich nichts Ungewöhnliches ist. Diesmal aber falle es ihm schwer. Deshalb wolle er vordergründig Schoebels Leistungen würdigen. „Sie haben alle Aufgaben und Projekte mit hoher Leistungsbereitschaft bewältigt, sind dabei immer Mensch geblieben mit Herz und Verstand.“ Schoebel sei mit dem Stützpunkt fest verwurzelt. Der 47-jährige Offizier wechselt als Referent für Personal-Strategie ins Verteidigungsministerium nach Berlin. Dazu wünschte ihm Grunewald „gute Nerven und Durchhaltevermögen“.

Für die neue Aufgabe prädestiniert
Oberstleutnant Udo Francke sei mit seinen bisherigen Verwendungen als Zugführer der Fallschirmjäger und stellvertretender Kommandeur eines Fallschirmjägerbataillons sowie mit seinen zwei Auslandsverwendungen prädestiniert für die neue Aufgabe als Leiter des Stützpunktes. „Die Messlatte ist hoch“, sagte Grunewald und fügte an, „schreiben Sie weiter an der Erfolgsgeschichte.“ Er wolle die hervorragende Arbeit von Schoebel fortsetzten, sagte der 42-jährige Francke (verheiratet, zwei Töchter). 

Christian Schoebel ließ die vergangenen drei Jahre Revue passieren, in denen es „erkennbare Verbesserungen gegeben hat“. Die Bruchzelle für den Transall-Laderaum und Unterkünfte sowie die Start- und Landebahn am Heeresflugplatz in Altenstadt wurden aufwendig modernisiert. Seit 2015 sind bereits 26 Millionen Euro in Infrastrukturprojekte geflossen. 2019 ist ein 25 Meter hoher Abseil- und Kletterturm sowie ein vertikaler Windtunnel und Kappensimulator für die Freifallausbildung geplant.

Landrätin Andrea Jochner-Weiß, sie durfte zusammen mit Axel Grunewald und Christian Schoebel nach den Klängen des Bayerischen Defiliermarsches die Front abschreiten, machte in ihrer Rede deutlich, dass es kein ziviles Unternehmen gibt, das von seinen Mitarbeitern verlange, ihr Leben einzusetzen. Sie sei überzeugt, dass der Soldatenberuf ethisch notwendig ist. „Sie alle leisten einen anspruchsvollen und verantwortungsvollen Dienst.“ In Richtung Schoebel meinte sie, „Ihre Fußabdrücke werden noch lange sichtbar sein.“

Das Musikkorps spielte abschließend die Bayern- und Nationalhymne sowie zur Kranzniederlegung das Lied „Vom guten Kameraden.“ Pfarrerin Heike Ranke sprach dazu ein Gebet.   wk