"Habe mir die letzten Wochen etwas anders vorgestellt"

Ein schöner Flecken in einer schönen Gemeinde: der Weg an der Schönach in Schwabniederhofen. Foto: jj


Die letzte Bürgerinformation von
Albert Hadersbeck im Wortlaut: 

Liebe Mitbürgerinnen
und Mitbürger, 

vor einigen Monaten haben wir uns nicht vorstellen können, wie schnell sich die gesamten Lebensumstände für alle so gravierend verändern können. Schule und Kinderbetreuung, Fürsorge für unsere älteren Mitbürger und Kranke, Freizeitgestaltung und gemeinschaftliches Leben, vor allem auch Beruf und Selbständigkeit und sicher für Einzelne auch Existenzängste - mit all dem sind wir nun konfrontiert. Und das in einer Gesellschaft, die daran gewohnt war, dass alles immer zu funktionieren hat.

Auch ich habe mir die letzten Wochen meiner Amtszeit etwas anders vorgestellt. 

Alle gemeinsam sind wir nun irritiert, werden aber wieder einmal daran erinnert, 

dass eben nicht alles selbstverständlich ist und wir über die wirklich wichtigen und 

existenziellen Dinge des Lebens vielleicht eine veränderte Sichtweise bekommen .' 

In meiner vorgesehenen letzten Bürgerversammlung am 22. April wollte ich Ihnen 

die Bilanz der letzten 18 Jahre vorstellen und mit Ihnen gemeinsam diskutieren. 

Das geht nun leider aus den bekannten Gründen nicht.
 

Ich wollte auch die Gelegenheit nutzen, mich bei den vielen Mitbürgerinnen und 

Mitbürgern öffentlich zu bedanken, die mich in meiner Amtszeit so großartig 

unterstützt und damit den wesentlichen Beitrag für unsere Dorfgemeinschaft 

geleistet haben. Dank an 

- die Erzieherinnen und Lehrer in Kindergarten und Schule, die Vertreter der 

örtlichen Kirchen für die vertrauensvolle und gute Zusammenarbeit, 

- die Mitglieder des Bürgernetzwerkes und den sozialen Verbänden, die sich 

um die Fürsorge besonders auch unserer älteren Mitbürger gekümmert haben 

(inkl. den "Mittagstischlern"'), 

- den Arbeitskreis Archiv, der uns den Wert unserer Geschichte vermittelt, 

erhalten und für nachfolgende Generationen dokumentiert hat, 

- die Vorstände unserer örtlichen Vereine und Organisationen; insbesondere 

unsere Vereine und Organisationen sind die wesentlichen Impulsgeber für ein 

intaktes Dorf- und Gemeinschaftsleben, 

- die Vorstandsmitglieder von Flurneuordnung und Dorferneuerung, die die vielen 

wichtigen Entscheidungen mitbegleitet, diskutiert und unterstützt haben, 

- die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unserer Verwaltungsgemeinschaft für die 

fachliche Beratung und die zuverlässige Bewältigung und Abwicklung unserer 

manchmal sehr nervigen bürokratischen Regelungen, 

- meine Bauhofmitarbeiter und Hausmeister, auf die ich mich immer verlassen 

konnte und die bereit waren, mit guten Vorschlägen die Betreuung der gemeind- 

lichen Liegenschaften, Straßen, Wege und Grünflächen zu optimieren, 

- die vielen Teilzeitmitarbeiter und ehrenamtlichen Helfer, die dafür sorgten, dass 

die gemeindlichen Einrichtungen erhalten und die Angebote funktioniert haben 

(ich denke da z.B. an die vielfältigen Aktivitäten unserer Bücherei). 

Eine konstruktive Begleitung

Ganz besonders bedanken möchte ich mich bei allen Mitgliedern des Gemeinde- 

rates, die mich in den Jahren meiner Amtszeit in konstruktiven und sachlichen 

Diskussionen begleitet, mit vielen guten Vorschlägen und Beiträgen versorgt und 

immer loyal und mit großem Vertrauen unterstützt haben.
 

Hervorheben möchte ich dabei auch die Unterstützung von den 2. Bürgermeistern 

- Herrn Michael Dulisch (in der Zeit von 2002 bis 2008) und 

- Herrn Sepp Reich (in der Zeit von 2008 bis 2020). 

Die Zusammenarbeit mit beiden war immer hervorragend und von großem 

persönlichem Respekt geprägt und hat mir die Aufgaben wesentlich erleichtert. 

Ich möchte einmal die Gelegenheit nutzen, mich auch bei meiner Frau und meiner 

Familie öffentlich zu bedanken. Es ist unvermeidlich, dass mit diesem Amt das 

private und familiäre Leben öfter zurückstehen oder in Einklang gebracht werden 

musste. Dafür hat meine Frau und meine Familie immer großes Verständnis 

gezeigt. Dieses Verständnis hat mich ganz besonders in meiner Amtszeit 

getragen. 

 

Ein Blick in die Zukunft

Nun gilt es aber in die Zukunft zu blicken, und mit Vertrauen und einem auch 

notwendigen Optimismus die Herausforderungen anzugehen. 

Gemeinsam mit dem Gemeinderat konnte in den letzten 18 Jahren durch eine 

sparsame und vorsichtige Gemeindepolitik die Verschuldung deutlich zurückge- . 

führt (von zirka 4,5 Mio. Euro auf derzeit zirka 1 Mio. Euro) und dank der guten Wirtschafts- 

lage in den vergangenen zehn Jahren auch ein Rücklagenpolster von zirka zwei Mio. Euro (unter

Berücksichtigung bereits beschlossener Ausgaben) aufgebaut werden. 

Dieses Polster wird in nächster Zeit dringend notwendig sein, um die zu erwarten- 

den massiven steuerlichen Auswirkungen abzufedern. 

Bitte haben Sie deshalb Verständnis, wenn unser Bürgermeister Andreas Kögl 

mit seinem Gemeinderat in nächster Zeit sehr vorsichtig und zurückhaltend mit 

Wünschen und Forderungen umgehen muss. 

Ich habe großes Vertrauen, dass er mit seinem Team im Gemeinderat die richtigen 

und notwendigen Entscheidungen für die zukünftige positive Entwicklung der 

Gemeinde trifft. 


Ich bedanke mich nochmals bei Ihnen allen für Ihr großes Vertrauen und die 

vielen Sympathiebeweise, die ich in all den Jahren erhalten habe. Es war mir eine Ehre, dass ich für meine

Gemeinde als Bürgermeister dienen und arbeiten durfte. 

Herzliche Grüße, und hoffentlich dürfen wir uns weiter bei guter Gesundheit 

immer mal wieder begegnen. 

Albert Hadersbeck, Bürgermeister