In Wort und Bild: Der Festakt zum Bezirksmusikfest

Walter Albrecht vom Sponsor Lechwerke.
Vorstand Johann Reich mit der Festrednerin Centa Theobald; sie ist Vizepräsidentin im Allgäu-Schwäbischen Musikbund.
Klar, dass die Blaskapelle den Festakt gestaltet: die Musiker um Dirigent Hansi Daxer.
Zum Festakt gehört auch die passende Dekoration in der Schulturnhalle.
Schlussbild beim Singen der Bayernhymne.
Bezirksleiter Gottfried Groß.
Bürgermeister Albert Hadersbeck.
Landrätin Andrea Jochner-Weiß.
Die stellvertretende Ostallgäuer Landrätin Angelika Schorer.
Sag's mit Bildern: die Geschichte wurde mit historischen und aktuellen Fotos veranschaulicht.
Begleitend zum Festakt wird diese Ausstellung zur Geschichte der Blaskapelle gezeigt.

Auftakt zum Bezirksmusikfest in Altenstadt! „Lassen Sie uns feiern und genießen – mit den Augen, mit dem Gaumen und vor allem mit den Ohren“, ermunterte Walter Albrecht vom Hauptsponsor LEW die 300 Besucher des Festakts.

Albrecht ist Leiter des Kommunalmanagements bei den Lechwerken. Sie unterstützen das Musikfest finanziell und richten zusammen mit dem Allgäu-Schwäbischen-Musikbund den LEW-Blasmusikcup am Freitag aus, der eines von mehreren Highlights im viertägigen Programm ist, das bis zum Sonntag geht. 

Albrecht gehörte zu den Rednern, die in der Schulturnhalle Altenstadt ein Grußwort entboten. Die Festansprache hielt freilich Centa Theobald vom ASM; am Ende, nachdem gegen zehn Uhr abends alle gemeinsam die Bayernhymne gesungen hatten, ging sie auf Dirigent Hansi Daxer zu und dankte mit einem kräftigen Händedruck für die Gestaltung. 

Die Stücke der Musikkapelle

Der junge Kapellmeister eröffnete mit den knapp 40 Instrumentalisten den festlichen Abend mit der „Nordic Fanfare and Hymn“; das ist ein feierliches Werk des belgischen Komponisten Jacob de Haan, wie geschaffen für den Auftakt zu so einem Abend. 

Gefällig spielten die Musiker später im Swing-Rhythmus das „Beyond the sea“, wobei Daxer effektvoll dirigierte. Zu hören waren auch der Marsch „Mit vollen Segeln“ von Klaus Strobl und die Polka „Meine Leidenschaft“ von Alexander Pfluger. Auch musizierte die Blaskapelle den Marsch „In Ewigkeit“, das Daxer selber geschrieben hatte. Das Stück wird auch beim Gesamtchor erklingen – vor allem rhythmisch eine Herausforderung für die mehr als tausend Musiker, die dazu erwartet werden. 

Die Begrüßung des Bezirksleiters
Von den Tönen zu den Worten: Gottfried Groß aus Prem, Leiter des Bezirks 3 (Füssen) im ASM, entbot den Gästen ein Grüß Gott. Vier Landtagsabgeordnete (Harald Kühn, Susann Enders, Andreas Krehl, Angelika Schorer) und drei Repräsentanten der Trachtler (Landesvorsitzender Max Bertl mit den beiden Gauvorständen Franz Multerer und Walter Sirch) sowie drei Pfarrer (Karl Klein, Siegfried Beyrer, Hans Frieß), einige Bürgermeister wie Falk Sluyterman (Schongau), Xaver Fichtl (Ingenried und VG-Vorsitzender von Altenstadt) sowie Sigi Neumann (Schwabsoien) fanden sich ein.

Anwesend waren auch der Chef des Chorverbands von Schwaben, Paul Wengert aus Füssen, (ehemals MdL), und der Vizepräsident des schwäbischen Bezirkstags, Johann Fleschhut aus Seeg, sowie Ehrenbezirksleiter Josef Linder aus Roßhaupten. Nach Altenstadt kamen aber auch die Leiter der angrenzenden Musikbezirke Marktoberdorf, Kaufbeuren, Lech-Ammersee und Oberland.

„Hervorragende Visitenkarte“

Centa Theobald aus Buchenberg, wies in der Festrede darauf hin, dass „die Sprache der Musik“ Jung und Alt erreiche. Die Blaskapelle Altenstadt, die seit 1965 zum ASM gehört, habe übe Jahre hinweg eine „hervorragende Visitenkarte“ abgegeben.  „Es gibt keine Zukunft ohne die Herkunft“, sagte Centa Theobald.

Der Herkunft, sprich der 140-jährigen Geschichte der Blaskapelle Altenstadt, widmete sich Vorstand Johann Reich. Ziel sei es seit der Gründung bis heute immer gewesen, mit Musik das kirchliche und kulturelle Leben mitzugestalten. 1926 sei ein Musikverein mit strengen Statuten aus der Taufe gehoben worden.

In den fünfziger Jahren habe die Kapelle viele Auftritte in Altenstadt und Schongau gehabt., Martin Haberstock bildete 16 Jungmusiker aus, von denen einige über 50 oder gar 60 Jahre eine Stütze in der Musikkapelle waren, erwähnte Johann Reich in seinem Rückblick. Er selbst ist seit 1962 dabei. 

Nur von kurzer Dauer war die schwäbische Tracht, die 1966 beschafft wurde. Seit 1981 sind die Musiker in der historischen Tracht gewandet, die dem Festtagsgwand im Schongauer Land um das Jahr 1800 nachempfunden ist. Der frühere Bezirksheimatpfleger Paul-Ernst Rattelmüller hatte die Tracht auf Votivtafeln in der Heilig-Kreuz-Kirche in Schongau entdeckt. Die Blaskapelle sei stolz auf diese „geschichtliche Rückkopplung“, ergänzte Vorstand Reich.

Zu den Höhepunkten gehören die Musikfeste 1979 und 2004, die Verleihung der Pro-Musica-Plakette 1989 und die zwei Reisen in die USA nach Pensacola 1999 und 2001. Seit 2002 gibt es eine Jugendkapelle, die sich fünf Jahren später erweiterte. Mittlerweile sind Jungbläser aus Altenstadt, Schwabsoien, Schwabbruck und Sachsenried bei der Schönach-Jugendkapelle. 

14 Dirigenten und zwölf Vorstände

Bürgermeister Albert Hadersbeck, der Schirmherr des Bezirksmusikfestes, verwies auf 14 Dirigenten und zwölf Vorstände, die in 140-jähriger Geschichte Verantwortung getragen haben. Besonders erwähnte er den Ehrendirigenten Rudolf Zwick (28 Jahre Kapellmeister) und Hermann Dolch senior (32 Jahre Vorstand). 

Landrätin Andrea Jochner-Weiß würdigte, dass die Blaskapelle das Brauchtum pflege, auf der anderen Seite aber auch moderne Akzente setze. Angelika Schorer, die stellvertretende Landrätin im Kreis Ostallgäu, hob an Altenstadt besonders hervor, dass  wie schon vor vier Wochen in Asch (Gemeinde Fuchstal) ein Blasmusikfest über politische Grenzen hinweg (Schwaben – Oberbayern) stattfinde. 

In den ausführlichen Schluss- und Dankesworten bekundete Vorstand Reich, man sei – auch wegen der Unterstützung aus der Gemeinde wie z.B. aus der Landjugendgruppe – „gut gerüstet für großartige Festtage“. Mit freudiger Erwartung blicke man auf die Veranstaltungen von Donnerstag bis Sonntag voraus. jj